Auf der Rundreise 2007 sind mir so einige Dinge aufgefallen, die ich hier einmal zusammenhanglos zusammenfassen möchte:
Seltsam ist eine Eis-Geschäft-Kette in den USA. Sie nennt sich
Coldstone. Dort bekommt man
ca. 10 Eissorten, die man sich in verschiedene Verpackungen (Becher, Waffel,
...) packen lassen kann, und - jetzt kommt der neue Teil - verfeinern lassen
kann. Z.B. mit Snickers oder Mars oder Kitkats. Wie das geht? Die nette Dame
nimmt mit zwei großen Löffeln das Eis, knallt es auf einen Arbeitstisch und legt
die Goodies rein. Dann hämmert sie die Dinge mit dem Löffel klein und mischt es
ins Eis. Sieht komisch aus! Das Eis ist jedenfalls anders! Ach ja, zwischendurch
singen sie – ganz ohne Vorwarnung – den Feuerstein Song, nur halt mit coldstone
statt flintstone.
Interessant ist wieder einmal das Fahrverhalten der typischen US-Amerikaner.
Die meisten fahren 70 obwohl 75 erlaubt sind. Dann gibt es die mutigen (meistens
mit Disabled Kennzeichen), die 75 fahren aber nur die linke Fahrspur kennen und
jeder der vorbei will, muß das eben rechts tun.
Dieses Verhalten ändert sich aber radikal, wenn der "Lemmingseffekt" eintritt.
Vor einer größeren Stadt wird es auf der Interstate eng und die Kolonne bewegt
sich in seltsamen Stoßmich-Ziehmich Ziehharmonika-Bewegungen. Und da ist es
plötzlich völlig egal was das Speedlimit ist. Da fahren dann auch alle 90 und
mehr (und wenn es in einer Baustelle mit 55er Limit ist). Als Lemming fährt man
einfach, da fragt man nicht.
Raststationen in den USA sind i.A. selten. Also irgendwo zwischen 100 und
200mi von einander entfernt. Je nach Bundesstaat variiert die Ausführung und die
Möglichkeit von kleineren Pausenplätzen ergänzt zu werden. In CA sind i.A. die
Abstände kleiner und die Rastplätze selbst schön ausgestaltet. Bekanntlich sind
private Betriebe an der Autobahn verboten (also auch keine Tankstellen!), somit
findet sich auf einem Rastplatz auch kein Restaurant oder ein Getränkestand.
Einzig Vending Machines geben das Notwendigste wie Kaffee, kalte Getränke oder
Snacks ab. In Texas gibt es auf der I40 im Prinzip keinen Rastplatz, dort heißen
die alle Picknickareas. Im Prinzip einsame Tische mit Müllkörben. Wo die Leute
auf’s Klo gehen, will ich lieber nicht wissen; wer sich das bloß ausgedacht hat?
In anderen Bundesstaaten haben sie für klolose Halteplätze auch noch
romantischere Namen: Scenic Overlooks. I.a. sieht man dort wenig Landschaft,
aber es klingt halt besser als kloloser Rastplatz. Hier in Oklahoma habe ich
bisher nur einen Rastplatz gesehen und besucht. Super Ausstattung und im Stile
der Route 66 hergerichtet (sogar mit Videos zur Route 66). Etwas sprachlos haben
mich die Restrooms gemacht: Neben jedem Restroom (für Männchen und Weibchen)
gibt es Tornado Shelters. Kommen wohl häufiger vor als man denkt. Interessant
ist es bisher in Texas und Oklahoma, wo da die Leute eigentlich wohnen. Auf
mehreren hundert Meilen finden sich maximal 2 kleinere Städte. Ist die ganze
Fläche hier unbewohnt?
Und sind Leute vergeßlicher, wenn es weniger Städte gibt? In der einsamen Gegend
ist es fast normal Werbung für Tankstellen und Motels zu machen, wenn man 1-2
Stunden davon entefrnt ist (was auch klein drunter steht). Also Werbung zwischen
50 und 100mi vorher? Und dann natürlich immer wieder, sonst wären ja da keine
Plakate notwendig.
Es ist schon schwer Reiseführer über die Staaten in der Mitte der USA zu finden. Man findet sehr viel zum Westen bis maximal New Mexcio und dann wieder etwas über den Osten. Dazwischen gibt's nix. Und wenn man einen USA-Gesamt Führer bekommt (D&K oder Baedeker), dann werden die mittleren Staaten in 2 -4 Seiten abgehandelt und der Rest von den Detailführern gekürzt rein kopiert.
Die Beschreibung von Oklahoma liest sich im Prinzip wie folgt: Flaches langweiliges Land mit viel Ackerbau. Bei Texas findet man wenigstens die Beschreibung von ein paar Städten.
Und jetzt schauen wir uns das mal in der Realität an:
Kalifornien wird sehr genau beschrieben und es gibt da auch tatsächlich viel zu
bestaunen. Nur die Wege im Süden dazwischen, werden lieber verschwiegen, denn
besonders spannend ist es nicht durch ausgetrocknete eher flache Gegend zu
fahren.
Wie wir durch den Panhandle von Texas gefahren sind, war es an Öde kaum zu überbieten. Bretteleben und trocken bzw. maximal mit Gras bewachsen. Nicht einmal Dörfer sind dort zu finden. Und da Oklahoma als so wirklich langweilig beschrieben wurde, warteten wir schon mit Schrecken, wie öde das noch werden kann.
Aber ganz im Gegenteil: Oklahoma ist hügelig und sehr grün. Büsche wachsen am Rand, im Osten sogar Wälder. Was soll da so öde sein? Müssen wir jetzt daraus schließen, das Österreich nur durch Landwirtschaft glänzt und ansonsten öde ist? Oder fand der Autor Oklahoma so öde, weil es wie 'daheim' aussieht?
Ein gutes Einschätzungsvermögen kommt von Erfahrung. Erfahrung kommt von Fehleinschätzungen.
Der neue Eingang hat eine nette Geschichte. Ende des 19 Jhdt. wurde die Cave entdeckt und ein reicher Typ hat das Gelände gekauft. In Kentucky gilt das Recht (und das ist in diesem Fall wichtig), daß der Besitzer eines Grundstückes auch alles darunter besitzt. Der reiche Typ hat angefangen die Höhle zu vermarkten. Gleichzeitig hat er sich einen anderen Typen engagiert, der was von Höhlen versteht (damals einen Mienentechniker). So wurde die Höhle vermessen und zugänglich gemacht. Der Vermessungsplan war jedoch streng geheim, denn zwei Dinge fielen bald auf: Die erforschte Höhle war noch viel kleiner als sie beworben wurde und es schien so, als ob die Höhle unter Fremdgrundstücken weiterging. Also nicht lange reden, trotzdem die Höhle vermarkten.
Der Mienentechniker hat aber seine Arbeit sehr gründlich gemacht. Er hat viel vermessen und ist drauf gekommen, daß ein hübscher Abschnitt unter Land verläuft, das gerade verkauft wird. Also hat er selbst das Land gekauft, hat ein kleines Loch gesprengt und baute einen zweiten Eingang. Der war zwar steil, aber mit einer geeigneten Holztreppe gut brauchbar. Und das beste an allem: Der Eingang lang um einiges näher an der Straße als der natürliche. So machte sich der Typ selbständig und der reiche aber ahnungslose Besitzer des natürlichen Einganges hatte Pech.
Nach dem großen Börsenkrach war es jedoch bald Schluß mit den vielen reichen Touristen und das NPS konnte das ganze Gebiet günstig kaufen. So kann es einem gehen.
Gatlinburg selbst ist wohl nur als schlechter Scherz aufzufassen. Wirkt ir-
gendwie wie eine Mischung aus St. Moritz und Las Vegas: Ein ehemaliges kleines
Dorf wurde zur Touristenhochburg mit allen Schikanen aufgebaut. Selbst ein
Aquarium mit dem angeblich längsten Tunnel der Welt fehlt dort nicht. Im
nächsten Dorf (Pigeon Forge) soll es noch schlimmer sein, da haben Sie mangels
Nationalparkeingang
Dollywood errichtet; ein
Vergnügungspark rund um den Country Star Dolly Parton. Na das habe ich ganz
sicher nicht gebraucht.
Sehr schräg ist auch der Automobile Nature Trail: Da fährt man auf einem asphaltierten Waldweg durch den Wald. Kein Höhepunkt, kein Ding zum Anschauen, nur Weg. Ist wie Wandern durch den Wienerwald (aber ohne Aussichtspunkte), nur halt im Auto. Ich war dort, weil ich hab's nicht geglaubt. Jetzt habe ich es mit eigenen Augen gesehen, und zweifle immer noch dran. Aber in Gatlinburg ist wohl alles möglich.
Ein Navi ist hier btw sehr zu empfehlen. Man fährt einfach mutig in jede Stadt hinein, egal wie groß oder verworren es dort ist; das Navi findet schon den Weg. Die Genauigkeit der Adressortung ist jedoch unterschiedlich. Häufig punktgenau, im ländlichen Gebiet kann es aber schon um 1 bis 2 mi daneben gehen (richtige Straße, aber vorher nachher). Drum: Wer auch hier rumkurven will und nicht den Kick des möglichen Verfahrens sucht, nehme sich ein Navi. Selbst so einfache Dinge wie zu wissen wie weit es bis zum nächsten Knoten der Interstate ist und ob die gesuchte Ausfahrt rechts oder links ist (bei bis zu 10 Spuren ist der Weg über alle Spuren weit) macht das Leben sehr viel einfacher.
Man kann wohl aus den Ortsnamen der Gegenden gut erraten, wer die ers-ten Einwanderer waren. Ich bin schon durch 'Little Switzerland' gefahren und nördlich von hier ist New Bern. Das County heißt btw. New Hanover. Man kann - so wie es aussieht - wohl fast jede europäische Stadt in der einen oder anderen Variante finden.
Leider leidet die Eindeutigkeit der Namen dadurch sehr. Die meisten Städtenamen gibt es in vielen Bundesstaaten, manche sogar mehrmals in einem Bundesstaat. Das liegt zum einen an der Wiederverwendung von Heimatnamen zum anderen an wenig kreativen Namen wie 'Little River', Buena Vista und Co.
Ist Europa da auch so wenig einfallsreich?
In den Visitor Centers entlang des Pkwy kann man die DVD des Filmes
'Cold Mountain' finden. Das
deswegen, weil Cold Mountain in der Nähe des Pkwy liegt. Ein Ranger hat - wie
ich zufällig im Center war - einem interessierten Paar jedoch gesagt, daß der
Film zwar sehr schön sei, aber man den Film nicht kaufen soll, weil man eine
Erinnerung an die Gegend haben will, denn den Film haben sie in den Karpathen in
Rumänien gedreht. Cold Mountain sei ein verschlafenes Nest mit 20 Häusern, die
hätten gar keinen Platz für das Drehteam gehabt.
Jetzt möchte ich garnicht wissen, wie viele Leute extra wegen dem Film nach Cold Mountain gepilgert sind...
Fort Fisher hat die Flußmündung und den Hafen bewacht. Das Gebiet war im Bürgerkrieg sehr umkämpft und war Schauplatz des Aufmarsches der bis damals größten Kriegsschiffflotte von 58 Schiffen, die eine Armee von über 10000 Mann an Land gesetzt hat. Im Fort gab es einen Helden (oder Dummen?), der trotz schwerem Beschuß die Flagge dauernd neu gehißt hat (und die eh gleich wieder runtergeschossen wurde). Jedenfalls, heute sind nur mehr ein paar Erdhügel zu sehen.
Fidel Castro war (ist?) das
große Feindbild der USA und die USA wollten ihn besiegen. War wohl nix, ganz im
Gegenteil, Florida ist an Kuba gegangen. Wie ich mir das zu behaupten traue?
Ganz einfach ich war da. In Florida.
Klar war ich schon mehrmals hier, aber seit 2003 (meinem letzten Florida Urlaub) hat sich scheinbar noch einiges geändert. Die Frage aktuell sollte nicht lauten, sprechen sie Spanisch (das steht ohnehin bei allen Info-Boxen), sondern eher: 'Sprechen Sie Englisch'. Da bin ich mir nämlich nicht mehr so sicher. Ich habe in allen Supermärkten keine einzige Kassieren gefunden, die nicht Spanisch mit allen umliegenden Personen gesprochen hat. Auch die nette Kassierin von heute, die Heidi hieß (so sagte es das Schild an ihrer Kleidung).
Gehen wir in den Miami Metro Zoo. Ich habe da auch nur Spanisch gehört. Oder drehen wir das Radio auf: Spanische Sender. Es gibt schon auch englische, die die Hits der 60er und 70er Jahre spielen. Die sind sicher für die Pensionisten gedacht. Florida will ja seine Touristen nicht vergraulen.
Oder der
Miami Herold (den bekommt man
gratis am Campingplatz). Der erscheint natürlich auch als spanische Version:
El Nuevo Herald.
Und laut meinem Reiseführer ist der überwiegende Teil der öffentlichen Ämter in spanisch/kubanischer Hand. Der Reseführer behauptet, das würde für den Besucher ein karibisches Feeling und für Florida viele Probleme bringen.
Zurück zum Supermarkt. Da war ich nach langer Pause bei der Supermarkette in
Florida:
Publix (seltsam, keine
spanische online Version, ist das Diskriminierung?). Da grapsche ich mir schnell
die Angebote der Woche und tue mir einmal mehr schwer mit dem Lesen. Das ganze
Werbemagazin in Spanisch. Ach ja, im Publix habe ich immer schon die Grillhühner
gemocht. Die gab es in traditionell und Lemon Pepper. Und jetzt? Die Hühner gibt
es in Lemmon Pepper und Mojo (btw auch sehr gut). Zusätzlich gibt es fritierte
Hühner, zumeist pikant (und das ist hier ernst zu nehmen).
Kurzum, man kann sich die Reise nach Kuba sparen, wenn man in Florida war. Nur teurer ist es in Florida, aber das ist wohl keine Neuigkeit.
Auf dem Weg nach San Antonio haben wir an einer Tankstelle Halt gemacht, da
ein Store interessante Werbung gemacht hat: Ein
Buc-
Ee's. So viele texanische Souvenirs auf einmal und dann eine eigene Theke
mit extrem vielen
Jerkies
und Fleischsticks (auch seltene wie Elch, Büffel, ... und in vielen
Geschmacksrichtungen); ein Traum für den Liebhaber von solchen Dingen. Es gab
auch Nüsse in Varianten, die ich noch nie gesehen habe und hot souces. Eine der
Souces habe ich schon für das nächste Krutfest organisiert. Es gab von der Firma
85% Pain, 90% Pain, 95% Pain und (was ich gekauft habe) Pure Pain. Das sollte
dann für diverse Gäste genug sein. Die 'Pain Bomb' eines anderen Herstellers
habe ich dann sein lassen, die Schärfegrade waren zu wahnwitzig und wenn man zu
puren Habaneros noch Zusatzstoffe hinzufügt, wird es krank.
Die Urtexaner waren Mexikaner und wollten sich mit dem Gebiet von Texas aus
verschiedenen Gründen (böse Zungen behaupten vorwiegend um die Sklaverei
einzuführen, die in Mexiko verboten war) selbständig machen. Die Mexikaner waren
nicht so dafür und so kam es zum Bür-gerkrieg. Zunächst konnten die Texaner
(nennen wir sie einmal so) gewinnen, dann wurde aber vom Mexikanischen Diktator
ein Machtwort gesprochen und 7000 Mann haben zurückgeschlagen. 200 Aufständische
(jetzt Helden) haben sich in der Mission verschanzt (die btw. Misión San Antonio
de Valero hieß) und haben rumgetrutzt. Die 7000 Mann haben sich das 13 Tage
gefallen lassen, sind aber dann in einer Nacht losgestürmt und haben so ziemlich
alles platt gewalzt. Nur Frauen und Kinder haben überlebt; nebenbei haben sie
zwar noch Gefangene gemacht (wie immer die hohen Tiere und heutigen Superhelden
wie
Davy
Crockett), die sie aber kurz darauf hingerichtet haben.
Half btw alles nix, 3 Wochen später hat Houston zurückgeschlagen und Texas war frei. Die USA glaubt, die Opferbereitschaft der Leute in Alamo hätte alles bewegt. Wer's glaubt.
Nahe ist ein sehr dehnbarer Begriff. Vor ein, zwei Jahren fand ich den Carlsbad Caverns NP zu weit um ihn anzusehen, heute plane ich von dort nach LA ca. 2.5 Tage. Das sind noch nicht amerikanische Verhältnisse, denn ein Bekannter sagte, LA->Miami würde 2 Tage mit 2 Fahrern dauern, wenn man alleine fährt 3. Das ist mir doch noch etwas zu hektisch.
Das Stichwort im Big Bend NP Campingplatz heißt Bear-Country. Und damit es noch besser wird, auch noch Mountain Lion Country. Daher gab es wieder Metallboxen, in die alles Riechende zu tun war.
Ein Ranger erzählte mir, daß auf dem Kurzweg neben dem Campingplatz 2x ein Bär gesichtet wurde. Ich könnte dorthin gehen und mit etwas Glück noch ein gutes Foto machen. Die Bären wären im Big Bend NP ohnehin 'mild'. Tja, mein Essen war mir wichtiger als die vage Hoffnung auf ein Bärenbild.
Die größte Gefahr für das Essen auf dem Campingplatz war laut Ranger ohnehin nicht ein Bär oder ein Berglöwe, sondern Susi. Susi ist ein Sticktier, das gelernt hat Zip-Verschlüsse zu öffnen. Es gab schon mehrere Vorfälle, wo Zelter mit einem Sticktier am Bauch aufgewacht sind, weil Freßbares im Zelt war. Angeblich hätte Susi aber noch nie einen Menschen gesprayed. Nur zwei Tage zuvor hat ein Hund etwas abbekommen, weil er ihr zu nahe kam.