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Venedig 2012

Ich war schon einige male in Venedig, doch meistens nur, weil ich zufällig durch kam. Am häufigsten am Weg nach Griechenland, denn die Fähre nach Patras geht vom Hafen von Venedig weg. Da hat sich ein kleiner Sprung hinein immer ausgezahlt.

Dieses mal bin ich an einem verlängerten Wochenende nach Venedig gefahren. Venedig ist nicht weit und das Wetter sollte Ende April doch schon nett sein. Also ein Miniurlaub in der Sonne.

Warteschlange an einer KärntentankstelleZoom
Wenn man den offiziellen Spritpreisrechner fragt, wo man im Raum Villach billig tanken kann, wird man zu dieser Tankstelle geleitet. Ach, man sieht keine Tankstelle? Ja, das ist ein Problem. Die Anfahrt ist abenteuerlich und man landet mitten in einer Kleingartensiedlung. Beschriftung 0. Erst wenn man wieder flüchten will und man sehr aufmerksam ist, merkt man in einer Seitenstraße einen Hinweis auf Öffnungszeiten einer Dieseltankstelle. Wenn man in die Straße fährt (und da geht es noch ein gutes Stück hinein!) kommt man zur Autobahnmeisterei und dort sieht man dann diese Schlange. Zapfsäulen haben wir nicht gesehen, weil bei der Schlange sind wir einfach geflüchtet. Drum merke: Nicht immer dem Spritpreisrechner trauen!
Schlüssel zum ApartmentZoom
Das Apartment liegt ein wenig außerhalb, aber ist recht nett. Überraschend ist, daß man dort nicht rein kommt, denn die Türe am Haus ist verschlossen, einen Knopf auf der Gegensprechanlage konnten wir nicht ausmachen. Ein gerade Rauskommender hat uns reingelassen und wir sind im Haus ein wenig umhergeirrt, bis wir im ersten Stock zumindest den Namen des 'Hotels' an den Türen sahen. Im eher dunklen Gang sahen wir dann einen hektischen Italiener und siehe da, das war der Zuständige für's Einchecken.
Das Einchecken hat eine Ewigkeit gedauert. Einerseits war viel an Zettelwerk zu erledigen, andererseits war der Mann nicht der zielorientierteste. Der uns übergebene Zimmerschlüssel hatte dann aber doch etwas!
Türe zum ApartmentZoom
Der Schlüssel ist cool, aber die Türe mit den 4 Sperrriegeln ist dann kaum zu übertreffen. Weniger beruhigend war auch, daß das Schloß klemmte und nur Wackeln half. Ach ja, der Parkplatz kann auch nur mit Fernbedienung erreicht werden. Beim Ankommen muß man beim Best Western nebenan stehen.
Wenn man von den Kleinigkeiten absieht, ist das Apartment super: Schön groß, mit Herd, Geschirrspüler und Waschmaschine. Was will man noch für den sehr günstigen Preis?
VenedigZoom
Gleich nach der Piazzale Roma (wo es ein sehr interessantes Parkhaus auf kleinstem Raum gibt) sieht man den ersten Kanal.
VenedigZoom
Wir sind an allen drei Tagen einfach drauf los gegangen. Kirchen sind in Venedig zwar hübsch, aber nahezu ausnahmslos nur mit einem Eintrittsgeld zu besichtigen. Also sind wir durch die Gassen gelaufen und haben die auch hübschen Häuser an den Kanälen betrachtet.
VenedigZoom
So leer war es am ersten Tag. Man hätte meinen können, das ist immer so. Strahlend blauer Himmel und ein paar Menschen.
VenedigZoom
Irgendiwe glaubt man sofort, daß Venedig eine alte Stadt ist. Die meisten Häuser sehen schon ziemlich verbraucht aus. Scheinbar ist kein Geld für Renovierungen da...
VenedigZoom
Die Rialto Brücke muß man gesehen haben. Leider wurde sie von Sprayern erwischt...
VenedigZoom
In Venedig gibt es bekannter Weise kaum Straßen, dafür viele Kanäle. Daher sind die Öffis auch Schiffe: Die Vaporettos.
VenedigZoom
Natürlich kurven überall Privatboote rum. Bevor man zu Fuß geht...
VenedigZoom
Die Anlegestellen der Vaporettos schwimmen natürlich. Wäre ja blöd wenn bei Hochwasser auch die Landunter sind.
VenedigZoom
So leer war es leider nur am ersten Tag. Das ganze hat sich doch ziemlich entwickelt...
VenedigZoom
Wo hier nur ein paar Menschen stehen (übrigens wirklich hübsch dort, Weitwinkel für die Kamera aber nicht vergessen) sah man zwei Tage später den Boden nicht... Ein Abstecher in den Disneyshop und ins Hardrock Cafe sind aber auch an leeren Tagen wie diesen für Klaustrophobiker nicht zu empfehlen.
VenedigZoom
Vom Markusplatz sieht man hübsch über den Kanal rüber.
VenedigZoom
Am ersten Tag konnte man sich noch im Vaporetto bewegen. Und man kam leicht zu einem. Der Preis mit €6,50 pro Fahrt ist aber der blanke Horror. Mehrstunden oder Mehrtagestickets sind billiger aber sicher nicht billig! 48 Stunden für 33€ ist ja nun auch kein Sonderangebot.
VenedigZoom
Außer man betrachtet den Vergleich mit einem Taxi: 60€ vom Hotel zum Bahnhof, 100€ vom Hotel zum Flughafen. Hier sehen wir im Vordergrund so einen Wucherer.
VenedigZoom
Und noch einmal die Rialtobrücke.
VenedigZoom
Viele der netten Häuser sieht man nur vom Wasser aus. Da zahlt sich die Fahrt mit einem Vaporetto aus.
VenedigZoom
Man kann natürlich auch Gondelfahrten probieren. Für 80€ darf man dann rumgefahren werden.
JesoloZoom
Da wir ohnehin 3 Tage Zeit hatten, haben wir den Nachmittag in der Umgebung verbracht. Der Strand von Jesolo z.B. ist jetzt noch leer.
JesoloZoom
Auch die 'Fanmeile' ist noch nicht überfüllt.
BuranoZoom
Der nächste Tag begann bewölkt. Wir haben das Auto in Punta Sabbioni abgestellt und sind mit dem Vaporetto nach Burano gefahren. Diese kleine Insel ist bekannt für ihre Spitzen (das Handwerk, nicht die geometrische Form :) ). Gleich bei der Ausstiegsstelle kommt man zu dieser Grünfläche (Park wäre wohl übertrieben).
BuranoZoom
Von den Spitzen sieht man nur ein paar Verkaufsstände. Wo sie die Spitzen nach altbewährter Technik herstellen blieb uns verborgen. Dafür sieht man die sehr bunten Häuser.
BuranoZoom
Je bunter desto besser ist ganz sicher dort das Motto.
BuranoZoom
Natürlich gibt es auf der Insel (eigentlich sind es 4 Inseln) auch Kanäle und Boote.
BuranoZoom
Trotzdem ist es auf Burano ganz anders als in Venedig. Die Häuser scheinen bewohnt, werden halbwegs renoviert und der Touristenstrom hält sich in Grenzen.
BuranoZoom
In einem Hinterhof haben wir diese seltsame Statue gefunden. Was die wohl ausdrücken soll?
BuranoZoom
Gegen Mittag hat langsam die Sonne durchgelugt. Das macht sich auch mit den bunten Häusern gut (die schon bei Bewölkung sehr bunt sind).
MuranoZoom
Weiter ging es per Vaporetto nach Murano. Glas aller Art ist hier das Haupterzeugnis. Verschiedene Fabriken zeigen was sie können und wollen ihre Ware an den Mann oder die Frau bringen. Z.B. einen Glasluster um 4000€.
MuranoZoom
Die Häuser sind mehr Venedigstyle, dafür gibt es überall Glas zu kaufen oder zumindest zu sehen. Die Menschenmassen sind aber auch nicht ohne.
MuranoZoom
Links eine typische Glasfabrik. Rechts viele Leute. Aber das lies sich noch steigern.
BibioneZoom
Die Steigerung haben wir gefunden, wie wir versucht haben nach Venedig zu kommen. Die Schlange zur Vaporettostation ging mehr als 500m in die Stadt hinein. Also haben wir versucht ein weniger beliebtes Boot zu erwischen. Das hat uns mit einer Umrundung der Insel nach Venedig gebracht, wo wir in das Vaporetto zurück nach Punto Sabbione gewechslet sind und nach langer Fahrt beim Auto ankamen. Das direkte Boot scheint btw nur 1 mal am Tag zu fahren. :( Mit dem Auto sind wir nach Bibione getuckert. Sehr nettes Dörfchen, im Sommer sicher bummzu, jetzt verschlafen. Da haben wir hervorragend Pizza gegessen. Und mehr Leute waren dort wirklich nicht.
BibioneZoom
Der Strand ist noch nicht mit Hotels zugebaut und sieht - jetzt wo er noch leer ist - sehr nett aus.
VenedigZoom
Der dritte Tag in Venedig war zum Fürchten. Venedig war immer noch schön, das Wetter war nach anfänglichen Wolken auch sehr sonnig und warm. ABER man sah Venedig vor Menschen nicht mehr. Durch die schmalen Gassen wurde man geschoben. Da konnte man nicht einmal mehr stehenbleiben! Wie friedlich sieht der Blick von der Rialto Brücke aus (wenn man nicht weiß, wie erkämpft die Brüstung zum Runterfotographieren war).
VenedigZoom
Die Gondoliere waren voll auf Menschenfang aus. Man wurde ja fast gekidnappt. So fuhren auf den wichtigen Strecken die Gondeln dicht an dicht. Hier sieht es aber ganz idyllisch aus. So wie es sein soll.
VenedigZoom
Die Seufzerbrücke muß man auch gesehen haben. Darum fahren wohl alle Gondeln darunter durch.
VenedigZoom
Dieser Ausblick bringt Erleichterung. So viel Platz hatte man an dem Tag in Venedig eigentlich nirgends. Rechts übrigens das Palazzo Ducale.
VenedigZoom
Ein Venedigbesuch ohne Foto vom Markusplatz geht natürlich nicht. Also liefere ich das gleich mal.
VenedigZoom
Und noch ein Markusplatzfoto. Links der Campanille, in der Mitte der Markusdom und rechts wieder das Palazzo Ducale.
VenedigZoom
Aufgrund der Menschenmassen (und jemanden mit Platzangst, ich nenne aber keine Namen :) ) sind wir früher per Vaporetto abgefahren. Zum Abschluß noch einmal mit dem Vaporetto durch den Canale Grande.
VenedigZoom
Die Rialtobrücke mit Gondel im Vordergrund. Geht ja nicht kitschiger. Der reale Punkt sind die Asiaten in der Gondel. :)
VenedigZoom
Das Auto war an dem Tag auf Tronchetto geparkt. Zurück sind wir direkt mit dem Vaporetto gekommen, weggefahren sind wir mit dem People Mover (seltsamer Name, aber die Italiener haben's nicht mit English; das kann man überall bei Beschriftungen sehen). Die Standseilbahn verbindet das Parkhaus mit dem Kreuzfahrtschiffterminal und der Piazzale Roma und ist natürlich nicht im Verkehsrverbundticket enthalten. Da darf man 1€ dafür zahlen. Und für alle Wartenden (und das sind nicht wenige) gibt es 3 Automaten (wobei einer kaputt war). Nett die Aufschrift in Deutsch: 'Die Maschine gibt Rest.' Bin schon gespannt wer das 'Ihnen den' dazumalt. :)

Die Heimfahrt war ungewöhnlich spannend, denn das Auto hat während der Italienfahrten ein Kratzgeräusch entwickelt, das immer schlimmer wurde. Es ist wenig unterhaltsam die Geschwindigkeit so zu wählen, daß es am wenigsten kratzt. Aber auch so übersteht man die vielen Kilometer bis nach Krut (denn dort ist die Werkstatt in der Nähe). Ulkiger Weise waren es exakt 666,6km. Hat aber alles geklappt.

Zusammenfassend: Das Wetter hat gehalten aber war um 10 Grad kühler als in Wien (wer hätte das gedacht) und die Menschenmassen sind in Venedig an einem langen Wochenende unglaublich (für Leute mit Platzangst unmöglich).