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GriechenlandHQ

Griechenland mit dem Motorrad 1996

Motorrad fahren in Österreich ist mehr was für Masochisten, denn die Zeiten in denen es erträglich warm ist, sind einfach zu kurz. Schön wär's ja, aber ein Motorrad ist ein klein wenig zu teuer für die wenigen Monate des Verwendens. Also bin ich nach Athen geflogen, habe mir ein kleines Motorrad ausgeliehen und bin mit einem Freund durch Griechenland gedüst. Da ist das Wetter ok!

die Route (nicht exakt, da die Nebenstraßen nicht auf der Karte zu finden sind)Zoom
Hier habe ich versucht die Route zumindest skizzenhaft festzuhalten. Wir haben uns von großen Straßen ferngehalten und sind mit den Enduros auf den kleinen Straßen (ja auch Sandstraßen waren genug dabei) herumgefahren. Daher kann ich auch die genaue Route nicht einzeichnen; die kleinen Sandstraßen waren ja nichteinmal immer auf den besten Karten zu finden.
kurz vor Delphi: Christian der DenkerZoom
Von Athen ging es Richtung Nordwesten los und gleich durch die ersten Sonderprüfungen der Nebenstraßen, denn wer will schon auf der Autobahn fahren. Daher waren wir erst am späten Nachmittag kurz vor Delphi.
DelphiZoom
Und am nächsten Tag haben wir uns dann Delphi angesehen. Bereits hier zeigte sich, daß in diesem Jahr die übliche Touristenflut ausgeblieben war und man sich all' die Dinge, wo man sonst von Menschen zertreten wird, in Ruhe genießen konnte.
wieder mal so eine 'Autobahn'Zoom
Und weiter ging es über eine Sonderprüfung der besonderen Art: Sandstraße mit Furt!
MeteoraZoom
Immer weiter in den Norden und trotzdem wurde es nicht kühler. Wir sind bei 41 Grad in Athen gelandet und Motorradfahren bei solchen Temparaturen ist auch recht fetzig. Man braucht aber keine Angst zu haben, sich durch den Fahrtwind zu verkühlen, man wird eher gedörrt.
Die Meteoraklöster sind wirklich ein geniales Ziel für Motorradfahrer: Mit dem Auto findet man kaum Stellen um anzuhalten, mit dem Motorrad kann man an den schönsten Stellen bequem stehen!
Katara PaßZoom
Von hier ging's nach Westen Richtung Ioanina über einen der höchsten Pässe Griechenlands: den Katara Paß. Die Landschaft ist hier überwältigend. Ungefähr hier hat uns dann auch das "Schlechtwetter" erwischt: die Temparatur sackte auf nur gute 20 Grad ab und der Wind wurde stärker; nach der Hitze richtig kalt!
zwischen Ioanina und ArtaZoom
Nach einer echt kalten Nacht (unter 10 Grad!) ging's weiter wieder gegen Süden.
Leuchtturm am Cape Doukato (Lefkada)Zoom
Nach einer kurzen Fährenüberfahrt (jetzt sollte die schon durch eine Brücke ersetzt worden sein) kamen wir bei Sturm nach Lefkada. Weil dann am nächsten Tag die Fähre nach Kefalonia nicht fahrplanmäßig fuhr ("heute nicht in der Früh!") unternahmen wir einen Ganztagesausflug zur Südspitze. Kilometermäßig nicht viel, wir haben aber trotzdem nicht viel Pause machen können; die Abendfähre wartet auch nicht auf uns.
Einfahrt in den Hafen von Fiskardo (Kefalonia)Zoom
Die Sonne stand schon recht tief und wir hatten bereits einen langen Tag am Motorrad über unwegsames Gelände zu einem Leuchtturm hinter uns, als sich dieser Ausblick auf Fiskardo bot.
Blick von der Burg auf das Dorf AssosZoom
Noch am selben Tag gings weiter Richtung Süden, zur Burg Assos. Mit den Motorrädern hinauf und schon bot sich ein hübscher Abendausblick; übernachten konnten wir dort jedoch leider nicht.
Halbinsel AssosZoom
Also wieder runter, die Steilküste rauf und ein Blick zurück, wie er sich selten wieder findet. Die Viecher im Vordergrund sind übrigens sture Ziegen, die dort auf der Straße rumlaufen und sich nicht wegbewegen wollen.
Mirtos BuchtZoom
Schon ziemlich spät, kommen wir dann zur Mirtosbucht, essen am oberen Ende der Steilküste und fahren dann im dunkeln die Serpentinen hinunter. Weil man's nicht mehr so gut gesehen hat, sind wir dann die letzten Höhenmeter ziemlich direkt die Sandböschung runter (die normale Straße sieht dort auch nicht so gut aus) und mit der Taschenlampe konnten wir dann das Zelt aufbauen.
Mirtos BuchtZoom
Am nächsten Tag ist Christian H. dann von der Bucht total begeistert, und er muß sich die Bucht meditierend geben.
Westküste KefaloniasZoom
Weiter geht's Richtung Süden entlang der Steilküste. Hier ein Bild, bevor sich die Straße ins Landesinnere absetzt.
Christian am Gipfel des AinosZoom
Ein weiterer Höhepunkt (im wahrsten Sinne des Wortes) ist der Ainos, der höchste Berg der Insel. Eine Fahrt hinauf zahlt sich auf jeden Fall aus, denn nicht nur die Aussicht ist absolut einmalig, sondern auch die Fahrt durch das Naturschutzgebiet hinauf ist absolut erlebenswert. Mit dem normalen Auto sollte man das aber i.a. nicht versuchen, da ab halber Höhe nur noch eine ausgespülte Sandstraße vorhanden (oder eben auch nicht) ist.
Blick auf die Küste des AinosZoom
Oben angekommen mußte Christian H. natürlich den Gipfel suchen gehen. Das ist der Blick vom angeblich höchsten Mugel hinuter auf die Küste.
OlympiaZoom
Nach einer weiteren Fährenfahrt zum Pelopones und einer nun wieder heißen abendlichen Fahrt übernachteten wir auf meinem Stammcampingplatz. In unmittelbarer Nähe befindet sich Olympia, was wir natürlich auf der Weiterfahrt "mitgenommen" haben.
MethoniZoom
Nach einer weiteren absoluten Sonderprüfung über eine ewige Sandstraße (von Vasses Richtung Küste) und einer sehr interessanten Küstenstraße kamen wir an den Südzipfel des westlichsten Fingers.
Methoni war im zweiten Weltkrieg ziemlich umkämpft und daher ist leider nicht mehr allzuviel übrig. Der Rest ist aber noch hübsch.
Blick von der Burg von PilosZoom
Wieder ein paar Kilometer nördlich in der Burg von Pilos.
die Höhlen von DirouZoom
Quer landein zum zweiten Finger, einem seltsamen Erlebnis mit einem Hamburger als Kellner in einer gottverlassenen Gegend später, erreichten wir die berühmten Höhlen von Dirou: Normalerweise wartet man so um die 3 bis 4 Stunden um einen Platz in einem Boot zu bekommen, wir warteten 10 Minuten um ein Boot überhaupt voll zu bekommen. Absolut sehenswert!
die Türme von ManiZoom
Noch weiter im Süden befinden sich die Türme von Mani. Dort haben früher Familien gelebt und sich gegenseitig gemeuchelt. Ja wenn's ihnen was gebracht hat...
MistrasZoom
Mistras ist die größte Ausgrabungsstätte Griechenlands. Eine ganze Stadt steht in noch recht gutem Zustand auf einem recht steilen Hang!
MonemvassiaZoom
Und schon am östlichsten Finger: Die Halbinsel Monemvassia mit der darauf befindlichen Burg, die niemals erobert wurde!
Christian beim Grabeingang in MykeneZoom
Nach einer flotten Fahrt über die asphaltierte Küstenstraße in den Norden erreichten wir Mykene. Die Ausgrabungen sind außer der Titanenmauer schon recht verfallen, die Grabstätten sind aber recht beeindruckend.
EpidaurosZoom
Das wohl berühmteste Theater Griechenlands: Epidauros!
Blick von Korinth auf AkrokorinthZoom
Schon fast wieder zurück in Athen, Korinth. Auch hier wieder kaum Erhaltenes, aber die Fahrt rauf nach Akrokorinth lohnt sich auf jeden Fall!
Kanal von KorinthZoom
Und damit verlassen wir wieder den Pelopones, der Kanal (und wie immer ohne Schiff darin) von Korinth.
Athen's Akropolis vom Musenhügel betrachtetZoom
Ja leider, der Urlaub war schon fast aus, uns blieb nur noch der Besuch Athens. Wissen sollte man hier erstens, daß Studenten der EU gratis in fast alle Ausgrabungsstätten Griechenlands reinkommen (das Problem war damals nur zu klären, ob Österreich nun EU-Mitglied ist oder nicht). Zweitens sollte man nicht vergessen, daß die gestreßten Steine ab 15 Uhr ihre Ruhe brauchen und daher keine Besucher mehr eingelassen werden!

Und damit endete ein genialer Urlaub, aber es sind sicher nicht die letzten Bilder aus Griechenland.