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FrankreichHQ

Burgund mit dem Hausboot

Nach langen Vorbereitungen konnte ich 6 Jahre nach dem Hausbooturlaub am Canal de Midi wieder ein Boot zusammenkriegen. Es war Ende September und der Wettergott war gut auf uns zu sprechen

der Weg der ersten WocheZoom
Los ging's von Châtel Censoir, einem kleinen Kaff, zu dem wir mit dem Zug um die 17 Stunden gebraucht haben. Dort hat uns gleich die Sonne angelacht und Temperaturen um die 30 Grad waren angesagt. Von dort ging es per Canal de Nivernais nach Norden bis Auxerre. Dann weiter auf der Yonne bis Migennes, wo wir in den Canal de Bourgogne eingebogen sind. Auf diesem sind wir bis Venarey-les-Laume getuckert, wo unser Zielhafen war. Da wir aber dort am Sonntag angekommen sind und noch bis zum darauffolgenden Samstag Zeit hatten, sind wir den Berg weiter hinauf.
der Weg der zweiten WocheZoom
Gleich hinter Venarey-les-Laume beginnt eine Schleusentreppe von 32 dicht hintereinanderliegenden Schleusen. Danach ging's weiter den Berg hinauf bis zur Scheitelhaltung und durch den Tunnel von Pouilly. Von dort sind wir dann umgekehrt und zurück nach Venarey-les-Laumes getuckert.
flieg Marion, fliegZoom
Bahnfahren hat doch Auswirkungen, zumindest auf Marion. Hier versucht sie gerade ein wenig aufzusteigen (aber es hat dann doch nicht ganz geklappt). :)
Christian und Franz auf dem Weg zum EinkaufenZoom
Einkaufen geht man doch nur dann, wenn man nicht fahren kann. Wir hatten zwei Hightech-Luxusräder gemietet (zumindest teuer waren sie wie solche) und so konnten wir damit herumdüsen. Was wir damit noch erlebt haben, kommt später.
der erste LiegeplatzZoom
Nach der ersten Nacht an Bord (Marion hatte sich schon wieder beruhigt) unser Boot in der Morgensonne (Morgen bedeutet im folgenden nie vor 10 Uhr).
Liegestelle bei der MittagspauseZoom
Da die Schleusen i.a. von Schleusenwärter bedient werden und das auch Beamte sind, ist eine Mittagspause obligatorisch. Wenn der Morgen nicht vor 10 beginnt, ist die Mittagspause schon gleich nach dem Frühstück.
frecher Franz im WaschhausZoom
Am Ende eines Seitenkanals (in Vermenton) haben wir eines der unzähligen alten römischen Waschhäuser besucht. Franz hat da das Prinzip noch nicht ganz verstanden, denn in diesen Häusern wurde Wäsche gewaschen uns sonst nix!
Liegestelle bei der Kellerei, Marion im Streß bei der WacheZoom
Um den Weinbedarf auch nur annähernd decken zu können, wurde Halt an einer der größten Kellerein Frankreichs gemacht. Marion wurde mit der Bewachung des Bootes betraut. Sehr aufopfernde Durchführung.
Sicht des KapitänsZoom
Wieder am Kanal de Nivernais. Marion in der seltenen munteren Phase als Bugfigur aus der Fahrersicht.
Schleuse zur YonneZoom
Je näher man Auxerre kommt, desto öfter fährt man auf der Yonne, dem Begleitfluß. Hier eine Schleuse zur Yonne hinunter.
letzte Schleuse vor AuxerreZoom
Nur noch diese Schleuse trennt uns von Auxerre.
Cathedrale St. Etienne vom Fluß ausZoom
Und hier endet der Kanal de Nivernais, in Auxerre. Wir fahren gerade auf der Yonne in die Stadt. Auf der Anhöhe sieht man die dominierende Cathedrale St. Etienne.
Fachwerkhaus am Place St. NicolasZoom
Auf dem abendlichen Stadtrundgang hat uns dann Roman unbarmherzig das Touristenführerbüchl lesend durch die Stadt geschleift. Unter anderem kommt man am Place St. Nicolas vorbei, wo die Statue des Wasserheiligen stehen sollte, aber scheinbar war die auf Urlaub, denn außer einer Mauernische war da nix. Naja, auch die Fachwerkhäuser sind nett.
Auf dem Rundgang fällt einem auf, daß überall solche Blumenbüsche rumhängen. Bei der am Abend immer noch herrschenden Wärme, haben wir uns dann gefragt, wie die bloß gegossen werden (Antwort weiter unten).
Christian prostituiert sich auf der Brücke PasserelleZoom
Scheinbar hat Christian zu wenig Geld mitgenommen, denn mitten auf der Brücke Passerelle hat er sich am Abend öffentlich zur Schau gestellt (andere Tätigkeiten sind nur nicht bewiesen). Also wirklich! ;-)
Franz auf der Flucht oder "Kinder, schaut was ich Euch mitgebracht habe: Kinderlähmung!"Zoom
Tja, wenn man vor den anderen Kameras flüchten will, kann es sein, daß dabei noch eine blödere Haltung rauskommt...
Blumengießer am WerkZoom
Am abendlichen zweiten Stadtrundgang hat sich dann das Rätsel um die Blumengießerei geklärt... "Mama, der Mann mit der Brause ist da"
Cathedral St. Etienne bei NachtZoom
Auch die Cathedral St. Etienne ist bei Nacht hübsch anzusehen.
mächtig hohe SchleuseZoom
Die Hubhöhe von Schleusen ist doch sehr verschieden. Manchmal ein guter Meter, manchmal über 5 Meter. Hier eine von den höheren.
Roman zeigt seine Kraft am SeilZoom
Roman und ich haben uns beim Fahren abgewechselt. Hier zeigt Roman, wie schwer man am Seil schuften muß. Bei Marion sah das viel lässiger aus! :)
Franz und Christian beim Vernichten des "creme de prunelle"Zoom
Eines unserer größten Probleme war die Alkoholsucht von Franz und Christian. Man kann ja abends ein Gläschen Wein oder so trinken, aber die beiden wollten sich immer vollaufen lassen. Daher konnten die Weinvorräte garnicht groß genug sein, als daß die beiden nicht noch mehr haben wollten.
Roman hat aber dennoch einen speziellen (und ziemlich teuren) Abschiedswein gekauft und wollte den bis zum letzten Abend vor den beiden schützen. Gleichzeitig wurde aber auf einer Einkaufstour im Weinkeller Caves de Bailley von den beiden Zwetschkenlikör gekauft (riecht nach Marzipan und schmeckt absolut ekelhaft nach nix und süß). Also wurde vereinbart, wenn die beiden über einen halben Liter des grauslichen Likörs in sich reinschütten, dann wird die heilige Weinflasche geöffnet.
Hier sehen wir also die beiden beim Einschenken der dritten und letzten Runde.....
(Sie haben es dann sogar ohne Kotzen geschafft, dafür aber war der Wein ein Edelfäulniswein den Franz mit "schmeckt nach Algen" beschrieben hat; oft hast Pech!)
Roman und Christian beim Radreparieren á la SteinzeitmenschZoom
Die geliehenen Fahrräder waren zwar echt teuer, dafür aber auch exklusiv mies. Bei dem einen ist andauernd die Kette rausgesprungen. Christian und Roman haben daher eine Reparatur mit Riesenhammer und Erdnagel versucht. Besser war's dann zwar kaum, aber lustig war's zuzusehen!
Christian und Franz beim GrillenZoom
Franz als echter Texaner wollte natürlich grillen. Also wurde ein Lagerfeuer entfacht und insgesamt drei mal gegrillt. Der erste (hier abgebildete) Feuerplatz war am einfachsten zu handhaben, die beiden folgenden zeigten da ein paar Probleme (siehe später).
Man sieht auch an diesem Foto wie unglaublich aktiv Franz ist: Trotz einer Belichtungszeit von mehreren Sekunden ist er scharf abgebildet!
Roman und ich beim Schuften in der KücheZoom
Den Rest der Kocherei mußte dann ich mit Roman als Hilfskoch bewältigen. Mit Christian und Franz als Esser ein echt schwerer Job!
pfui, Franz auf Christian und Christian am StegZoom
Am Abend mußten wir dann schreckliches Mitansehen. Von den "tiefer, TIEFER"-Rufen Christians aufgeschreckt offenbarte sich bei dem Anblick so einiges: Franz auf Christian und Christian am Steg... ;-)
Boot im UrwaldZoom
Ach ja, und das ist der Liegeplatz, bei dem wir gegrillt haben. Falls jemand den Kanal sucht, der ist hinter dem Gestrüpp.
wie mache ich ein Schloß ohne Schlüssel aufZoom
Und immer müssen diese blöden Fahrräder Ärger machen. Kaum auf dem Dach per Fahrradschloß angekettet, schon den Schlüssel verschmissen. Also mußten wir die Dachhandläufe abschrauben, das Rad herunternehmen und auf die "ruppige Weise" öffnen. Ist doch ganz leicht!
Franz beim schweren SchuftenZoom
Den ganzen Tag hat Franz immer schwer geschuftet, so wie hier. Bei Marion hat diese Arbeit immer nachdenken geheißen, und sie hat seeeeeehr viel nachgedacht.
Franz beim Versuch des KochensZoom
Normalerweise habe ich gekocht (Roman war ein nützlicher Hilfskoch) aber insgesamt hat jeder (außer Marion - Frauen werden das doch nicht tun) einmal gekocht. Hier sehen wir Franz bei der Frage: "Was macht man mit so einer Pfanne?"
Christian knallt eine Palatschinke an die DeckeZoom
Daraufhin hat sich natürlich Christian zu Wort gemeldet und vorgeführt wie man das so mit den Palatschinken macht; Franz scheint wohl eher skeptisch.
unser Boot im wilden Wasser der SchleuseZoom
Prinzipiell sind die Schleusenwärter in dieser Gegend viel größere Memmen als in Südfrankreich. Die lassen das Wasser nur recht gemächlich in die Schleuse, aber es sieht doch immer wieder recht nett aus.
So hält man das Seil besser nicht, Marion (in der Schleusentreppe)Zoom
32 Schleusen hinter einander. Das geht nicht an einem Tag, schon garnicht wenn man solche 'fliegenden Schleusenwärter' wie wir sie hatten. Obwohl sie zwischen den Schleusen mit dem Auto gefahren sind (links zu sehen), waren wir immer schon längst in der Schleuse, als sie mit dem Auto nachkamen. Da sinkt auch die Moral des Bootes.
unser Boot am Liegeplatz in der SchleusentreppeZoom
Da wir in der Schleusentreppe übernachten mußten, haben wir den Speichersee gewählt. Sicher hübscher als in einer Schleuse.
Franz grübelt über das Essen nach: Werd ich noch so lange überleben???Zoom
Und nun zum zweitgrößten Problem auf diesem Urlaub. Das Stichwort heißt GAF (Größt Anzunehmender Freßsack). Franz ist nämlich so ein GAF und Christian wollte unbedingt in seine Fußstapfen treten. Daher konnte man kochen als müßte eine ganze Kompanie versorgt werden!
Hier sehen wir Franz nach einer Suppe beim Betrachten der Marinade für den Salat. Franz meidet ja Vitamine wo er nur kann, denn die sind ja absolut ungesund (sagt er). Ob er's bis zum Hauptgang wohl noch überleben wird??? ;-)
Franz im Streß an der HeckleineZoom
Und immer mußten wir uns anhören, welchen fürchterlichen Streß es bedeutet, diese vielen Schleusen an der Heckleine zu verbringen. Hier sehen wir Franz bei dieser ungemein anstrengenden Arbeit.
hier hilft nur flottes Auf-die-Seite-HüpfenZoom
Ganz selten sieht man außer Miethausbooten auch andere Schiffe. Dann sollte man aber lieber flotter zur Seite hüpfen (die Dinger sind aus stabilem Stahl!)
so schmal kann der Kanal seinZoom
Am Fluß hat man viel Platz, hier oben ist der Kanal schon deutlich schmäler.
die Scheitelhaltung ist nahZoom
Nur noch wenige Schleusen trennen uns von der Scheitelhaltung.
eine der wenigen Schleusen, die man nur über einen Hebel öffnet (brav Christian)Zoom
Hier sind die Schleusen noch schön alt. Öfnnen und schließen ganz per Hand und nicht per Kurbel sondern einfach per Hebel.
Christian und Franz beim Holzbeschaffen in PionierartZoom
Wer grillen will muß leiden. Da legt man an einer schönen Grillstelle an, dahinter liegt ein verwahrloster Wald mit reichlich Brennholz, aber dazwischen lauert ein böser unüberwindbarer Wassergraben. Daher haben unsere Pioniere Franz und Christian unseren Steg als Brücke mißbraucht und das vordere Tau als Halteseil. Franz hat sich dabei wohlweislich im Hintergrund gehalten und Christian arbeiten lassen (wie immer).
Tranchée de CreuzotZoom
Und weiter geht's den Berg hinauf. Hier sehen wir eine Art Spartunnel. Der Kanal ist um einiges schmäler, mit Steinen gefaßt und in den Berg eingeschnitten. Da diese Strecken nicht besonders überwacht werden oder mit Ampeln geregelt, gibt es Ausweichstellen, in die man sich pressen muß, wenn einem z.B. eine Penichette (Lastkahn von einer Länge von ca. 50m und einer Breite von knappen 5m) entgegenkommt.
Ach ja. Bei dem Foto hatten wir kein Schlechtwetter, da hat nur Roman an meiner Kamera gewerkt weil ich gerade Fahrer vom Dienst war.
Blick auf den Souterrain de PouillyZoom
Wir sind dann noch weiter bis zum 3349m langen Tunnel von Pouilly, den wir auch passiert haben. Da im Tunnel keine Ausweichstellen sind, muß man sich einen Passierschein holen, um so Begegnungen im Tunnel zu vermeiden. Auf der anderen Seite (die Durchfahrt dauert immerhin eine knappe Stunde) hat uns dann ein mittlerer Wolkenbruch empfangen, sodaß das Fahren mit geschlossenem Dach und ohne funktionierendem Scheibenwischer das reine Vergüngen war.
Nach einer regnerischen Nacht, sind wir dann am nächsten Tag wieder bei Nebel zurückgetuckert. Das Bild paßt wohl eher nach Schottland als nach Frankreich...
Roman mit nahezu Lichtgeschindigkeit im Souterrain de PouillyZoom
Im Tunnel. Da diesmal Roman der Fahrer vom Dienst war, konnte ich diesmal Fotos machen. Hier zeigt sich, daß Roman manchmal doch ein wenig zu schnell fährt! ;-)
Licht am Ende des TunnelsZoom
Und kaum eine Stunde im Dunkeln (immer in der Hoffnung, daß der einzige Scheinwerfer nicht ausfällt), schon ist Licht am Ende des Tunnels.
Ausfahrt aus dem TunnelZoom
Und obwohl Marion schlimmste Alpträume hatte und uns im Tunnel brennend sinken sah (wobei der Tunnel dann auch noch eingestürzt ist) haben wir's doch überlebt!
hoffentlich kommt da nix entgegenZoom
Wenn einem da etwas entgegen kommt, darf man sich in die kleinen Buchten einparken. Nicht so erstrebendwert.
Sonnenuntergang vor der SchleusentreppeZoom
Den ganzen Tag hat's dann rumgezogen, aber gegen Abend war das Schönwetter wieder da! Marion behauptet ja, das lag nur an dem von ihr am Dach aufgeführten Antiregentanz, aber darüber gibt es geteilte Meinungen.
Christian beim schweren Arbeiten in der SchleusentreppeZoom
Am nächsten Tag ging es dann wieder in Richtung Schleusentreppe und auch Christian zeigte sich gern in "nachdenklicher Haltung"...
wer mag das Männchen sein???Zoom
Bei klarem Himmel im September wird's halt in der Nacht kühl. Nun fragen wir uns natürlich wer mag das vermummte Männchen sein???? Franz weigert sich zuzugeben, daß er das ist, aber er hat ja auch recht: wir waren ja alle auf dem Boot groß und rothaarig! ;-)

Und nach einem weiteren Tag in der Schleusentreppe, war dann der Urlaub auch schon aus. Wie gesagt kann ich hier wegen Speicherplatzmangel nur wenige Fotos zeigen, andere Fotos wurden hier nicht gezeigt, da der oder die "Abgebildete" gut gezahlt hat. Die schlimmsten Abartigkeiten bleiben also möglicherweise verborgen..... ;-)

Trotzdem gibt es eine Liste an Vorfällen oder Aussagen, die hier nicht fehlen sollen; aber gleich vorweg: Es sind alles nette Leute...