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Meine Bundesheer-Story

Die Vorgeschichte

Ja, ja, auch ich durfte zu unserem allseits geliebten Bundesheer. Bevor ich aber endlich dorthin konnte, mußte ich 3 Stellungen hinter mich bringen. Mich plagen nämlich leider seit längerer Zeit einige Allergien und die gehen nicht nur auf die Haut sondern auch auf die Lunge. Nun habe ich mich seit einem Allergietest, den ich eigens für die Stellung gemacht habe, da ja nur Befunde die nicht älter als 6 Monate sind berücksichtigt werden können, bei einem Lungenfacharzt behandeln lassen, um nur ja nicht zu krank für den Präsenzdienst zu sein. Er befand aber, daß ich auf keinen Fall zum Bundesheer gehen sollte, denn das würde meiner Gesundheit schaden. Da ich aber doch so gerne für 8 Monate Tätigkeiten ohne Sinn durchführen wollte, habe ich einige externe Befunde machen lassen, die jedoch alle Asthma Bronchiale als Ergebnis hatten.

Trotzdem hat die Stellungskommission ganz in meinem Sinn erkannt, daß ich zwar an Asthma leide, ich aber trotzdem noch minimal-tauglich bin und ich die Ehre hätte, einberufen zu werden. Die Argumente meines Arztes wurden ohne einen eigentlichen Gegengrund vom Tisch gewischt, denn Studenten sind besonders beliebt zum Klo-Putzen. Und wegen der Allergien sollte ich mir nur ja keine Sorgen machen, denn ich würde in der Mariatheresienkaserne (MTK) ein spezielles Allergikerzimmer bekommen.

Das Einrücken mit Tücken

Also erholte ich mich noch eigens vor dem Präsenzdienst 5 Wochen in Griechenland, auf das ich nur ja so Gesund wie möglich wäre. So kam ich also vor Gesundheit strotzend am 2. Oktober um 10 Uhr in die MTK und traute meinen Augen nicht. Die Organisation des Vorganges war derart genial gestaltet, daß die Wehrpflichtigen in einer unendlichen Schlange standen und nix ging weiter. Nach so 2 Stunden in der Sonne rumstehen - ich wußte garnicht wie angenehm der Präsenzdienst sein kann - wurde ich einer Rotte zugeteilt, und mit der stand ich schweigend in Ruhestellung, meine Tasche zwischen den Füßen, in einem Gang in einer anderen Schlange die nächsten 1½ Stunden. Am Ende der Schlange sollten wir Gewand ausfassen, aber als wir vielleicht nur noch 1 Stunde hätten warten müssen, kam unser allwissender Rottenführer und meinte, wir stellen uns doch lieber wo anders an. Die Frage nach dem Sinn dieser Aktion eines mitleidenten Präsenzdiensers wurde nur mit einem bösen Blick des Ausbildners und Gekichere bei den anderen Präsenzdienern beantwortet. Also alle aus der Schlange ausgeschert, in den Keller und dort an einer anderen Schlange angestellt. Und tatsächlich nur eine gute Stunde später bekamen wir Bettzeug und eine Kaltversorgung und wurden dann quer durch die Kaserne geschleppt und in Zimmer gewiesen. Ich fragte da unseren Rottenführer und Einteiler, ob das ein Allergikerzimmer wäre, der aber meinte, sowas gäbe es nicht in der MTK...

Im Zimmer sollten wir, es war schon früher Nachmittag, unsere Kaltverpflegung verspeisen, aber zuvor mußten die Betten gebaut werden; wie man das macht, sollten wir bei Nachbarzimmern ermitteln, die wüßten das schon. Naja, die wußten es auch nicht, aber es fand sich einer, der hatte den Spaß schonmal gemacht (war in der Grundausbildung erkrankt und durfte von vorne beginnen). Kaum hatten wir so ungefähr unser Bett gebaut, kam unser Rottenführer und meinte, es wäre Zeit für die nächste Schlange, Essen und trinken könnten wir später.

Also pilgerten wir wieder zu einer langen Schlange und warteten die nächsten Stunden schweigend. Irgendwann sollten wir uns dann ausziehen und wir sollten exakt nix mitnehmen. Ich trennte mich nur sehr ungern von meinem geliebten Asthmaspray, aber es mußte sein; ich steckte ihn halt in meinen Schuh. Wieder ging das Warten weiter, nur jetzt in der Unterhose bei 15 Grad auf Steinboden. Die Schlange wand sich ins nächste Stockwerk und da wurden uns die einzelnen Kleidungsstücke überreicht. Leider bekam eigentlich niemand die erfragten Größen, denn die waren alle schon aus. Es zeigte sich nämlich, daß die geniale Organsisation von so einem unerwarteten Ansturm an Wehrpflichtigen, die zumindst vor 3 Monaten den Einberufungsbefehl bekommen hatten, völlig erschlagen wurde und selbst das Öffnen der Notvorratskammern nicht ausreichte. Also liefen selbst die Dünnsten mit Größe 5 (der größten) rum. Wie das so aussieht, hat man dann am nächsten Tag in seinem Gesamtumfang sehen können. Andere nach uns hatten es noch schlimmer: Für sie war nur noch die untragbare Größe 1 da! Draußen war es schon dunkel, als man uns zur nächsten Schlange schickte, um unsere Ausrüstung ausfassen zu können. Auch da war es schwer alles zu bekommen und man sollte einfach irgendeinen passenden Gegenstand wie Helm oder Rucksack nehmen, man hatte ja schließlich dafür unterschrieben; von passen stand ja da nix drin.

So um 20 Uhr hatten wir dann unsere Sachen, die wir aber erst wieder aus den Rucksäcken auspacken mußten um sicher zu sein, daß alles drin war, aber keiner sagte, wie man das Zeugs wieder da rein bekommt. So standen wir also mit tausend Sachen in den tausend Händen (oder hat der Mensch nur zwei?) und kamen zu den Privatklamotten zurück, die man nun auch noch mitnehmen sollte. Durch das Schleppen (das Zeugs wiegt mehr als 30kg) und die kalte Luft (ich war ja bis vor kurzem nur warme griechische Luft gewöhnt) begann ich schon zu keuchen, aber der Spray war ja in meinem Schuh und zum greifen nah, oder? Mehr oder, denn ein Kamerad aus meinem Zimmer fürchtete der Spray könnte verloren gehen und hat das Zeugs in mein Zimmer gebracht. So schleppte ich mich mit letzter Kraft zurück und überlebte knapp den ersten Tag. Abendessen ist dann wegen Zeitmangels ausgefallen, denn wie wir zurück in unserem Zimmer waren war Nachtruhe angesagt.

Die erste Woche

Ich hatte die Ehre beim 2. Zug der 4. Kompanie der Garde zu dienen. Daher waren wir total scharf aufs Exerzieren. 6 Stunden pro Tag sind da kein Problem. Der erste echte Tag als Soldat begann also noch vor Sonnenaufgang, mit viel Nebel und leichtem Regen. Wir rannten also putzmunter und gestärkt durch die gestrigen hochqulitativen Kaltverpflegungen (die wir zumindest schleppen durften) vor's Haus (gehen gibt's ja nicht mehr beim Heer) und marschierten in Reih und Glied (nein, Händchenhalten ist im Gegensatz zum Kindergarten verpönt) zum Essen fassen. Das schlingt man rasch runter, denn der Tag muß ja genützt werden. Zum Beispiel mit exerzieren. Nun ist ja im Regen stehen bei Nebel nicht etwas, was man Asthmatikern besonders anrät, und daher meldete sich bei mir Husten. Nicht zu vergessen ist das allergikergeeignete Zimmer mit groben Kunstfaserdecken, die jedes Partikel wunderbar anziehen. Also hustete und keuchte ich durch die Gegend und atmete meinen Spray so häufig wie noch nie in meinem Leben, aber was tut man nicht alles für's Vaterland.

Am nächsten Tag ging es mir noch schlechter und ich hatte schon große Angst vor der Einstellungsuntersuchung: so wie ich keuchte und wie es mir ging, fürchtete ich rausgeschmissen zu werden, und das hätte ich ja kaum überlebt: diese Schande! Am Nachmittag aber konnte ich kaum mehr Exerzieren, da ich anstelle des ruhig Stehens von Husten gebeutelt wurde, sodaß ich von einem Ausbildner in die Krankenstation gebracht wurde. Der Arzt meinte nur, ich soll mich zusammenreißen und mein Asthma kann ja garnicht schlimm sein. Auch ihm war es völlig neu, daß es Allergikerzimmer in der MTK geben sollte und er lachte mich aus. Aber da ich schonmal da war, hat er gleich die Einstellungsuntersuchung gemacht. Die verlief viel besser als ich befürchtete, denn er schaute mich nicht an (das Husten war ihm echt zuwider) und er erklärte mich für völlig gesund. Ein paar allgemeine Einschränkungen wie max. 18kg heben, keine Hindernisbahn, Laufen bis 1200m, kein Autolenken usw. wurden mir auf einem vorübergehende Zettel zugesichert. Sowas geht ja auch ohne Untersuchung!

Und so ging meine Ausbildung weiter und ich hustete mich dumm und dämlich für mein Vaterland. Gegen Mitte der Woche jedoch mußte ich wieder ins Krankenrevier, das Husten ging meinen Ausbildnern schon sehr auf die Nerven (Originalaussage: "Hoffentlich ist das nicht ansteckend!"). Der Arzt nannte mich dann einen Simulanten. Ich und ein Simulant! Bei meiner Ausbildung in der Medizintechnik habe ich doch keinen blassen Schimmer wie so ein Atemströmungsmeßgerät funktioniert und wie man sich bei einer Simulation verhalten müßte. Also wirklich! Er entschied sich dann aber nach einigem Zögern doch, mich ins Heeresspital (HSP) zur Untersuchung zu schicken. Weil aber so viele bei der normalen Einstellungsuntersuchung auffällig wurden und ins HSP kommen mußten, könnte mein HSP-Termin ein wenig dauern. Zur Sicherheit wurde mir Dienst in geschlossenen Räumen verordnet. Ganz gebrochen teilte ich diese "Behinderung" meinen Ausbildnern mit. Ab da wurde mir ein Ausbildner persönlich zugeteilt und ich exerzierte auf dem Gang der Unterkünfte.

Mein Alter und seine Folgen

Gleich zu Beginn beim Zimmereinteilen fragte man im Zimmer nach dem Ältesten. Ich meldete mich ahnungslos und schüchtern mit 29 Jahren. Dafür durfte ich gleich Zimmerkommandant werden, eine ehrenvolle Aufgabe für einen der Besten der Kompanie, oder so ähnlich hieß es.

In der zweiten Woche wurden die Gewehre an die 3 Ältesten der Kompanie in einem offiziellen Akt übergeben, und auch da war ich dabei. Mein Husten wirkte zwar beim Exerzieren davor (ich war ja in erster Reihe) etwas lästig, aber ich war nun mal der 2. Älteste der Kompanie und völlig gesund (laut Arzt). Ich habe für diesen offiziellen Akt sogar meinen Innendienst verlassen!

Als 2. Ältester gehört man auch gleich dem Wahlausschuß für die Soldatenwahl an. Ich war daher Hauptansprechperson für den 2. Zug. Blöd nur, daß ich meine Kameraden im Innendienst so selten sah...

Innendienst und seine Auswirkungen

Während ich also auf die Fahrt auf das HSP wartete (pro Tag fährt da nur ein Klein-LKW hin und da passen eben nur 8 Leute rein) exerzierte ich alleine oder zu zweit (noch ein Innendienstler wegen kaputtem Knie) auf dem Gang. "Kompanie! rechts um!" war dann normal, denn vorher sagte man uns zweien (oder mir alleine), daß wir eine Kompanie darstellen. Da es in diesem Jahr jedoch einen sehr warmen und sonnigen Oktober gab, habe ich mich auf mein eigenes Risiko bereit erklärt, entgegen der ärztlichen Verordnung, die Gewehrübungen mit den anderen auf dem großen Exerzierplatz zu machen. Da konnte man auf seiner Matte in der Sonne liegen und das Leben genießen, ääh sein Gewehr kennenlernen.

In der dritten Woche ging es mir dann so schlecht, daß mir eine maximale Stehzeit von einer ½ Stunde verordnet wurde. Zusammen mit dem Innendienst führte das dann dazu, daß ich im Sitzen auf dem Gang der Kanzlei 2 Stunden Exerzierte. Wie das geht? "Haaabt acht! Rechts schaut! Rüüührt Euch! Habt acht! ..."

Die zweite Woche

Die Tage flogen vorbei, alle meine Kollegen kamen ins HSP, nur ich Hustete bis zum Umfallen ohne HSP. Am Dienstag bat mich ein Ausbildner in der Krankenstation nachzufragen, denn mein Zustand wäre für ihn langsam unhaltbar. (OT: "Das geht mir auf den Sack") Da so eine einfache Frage aber nur in der Früh möglich ist, wartete ich bis zum Mittwoch. Da meldete ich mich als Krankenstationsgeher und verbrachte den gesammten Vormittag für diese einfache Frage. Und es stellte sich dann raus, man hatte meinen Zettel verloren...

Gleichzeitig verließ jetzt schon der 2. Kamerad unser Zimmer wegen vorübergehender Untauglichkeit (der eine mit Gehörschaden, der andere mit zerstörtem Knie; beide Krankheiten waren bei der Stellung nicht beachtet worden, obwohl Gutachten vorlagen).

Die normalen Exerzierübungen machte ich alle indoor und obwohl ich dabei nicht so schlecht war, wurde ich wegen meiner Behinderung zu allen Nachschulungen geladen. Da die aber ausschließlich im Freien stattfanden, saß ich dort mit 2 anderen Kameraden, von den Ausbildern als die Alten der Muppetshow bezeichnet, die 2 Stunden auf Stühlen ab. Man erklärte uns, daß wir, auch wenn wir körperlich nie zu solchen Exerzierereien in der Lage wären, so wenigstens etwas lernen würden. Wir drei fanden das natürlich auch sehr einleuchtend.

Am Donnerstag kam ich dann auch ins HSP, der zweite Zettel war dann doch nicht verloren gegangen. Einen Transporter konnte man sich nicht mehr leisten, sodaß ich ganz alleine dorthinfahren mußte. Was für eine Last. Der Arzt war recht erschüttert über meinen Gesundheitszustand, wunderte sich warum ich überhaupt einberufen wurde und meine schlimmsten Befürchtungen wurden war: Er empfahl die sofortige Entlassung!

Ich kam erst am Nachmittag völlig gebrochen in die MTK zurück und gab den Hiobszettel möglichst unauffällig im Krankenrevier ab.

Am nächsten Tag befürchtete ich schon eine offizielle Abberufung vor der gesamten Kompanie (oh, wie wäre mir das peinlich gewesen), aber meine Anwesenheit war absolut unabdingbar. An diesem Freitag wurde mir erstens mitgeteilt, daß ich den absolut ersten Chargendienst mit einem Kameraden von Freitag auf Samstag übernehmen durfte. Ach was war ich stolz!

Weiters war ich ja in der Wahlkommission und an diesem Freitag war Wahltag, sodaß ich von der Früh bis am Abend bei der Wahl anwesend sein mußte oder beim Blutspenden Pause machen konnte; Essen war an diesem Tag von Früh bis spät leider nicht drin! Alle Kameraden gingen an diesem Tag früher heim, nur ich nicht, da ich zuerst bei der Stimmauszählung anwesend sein mußte und dann gleich zur Angelobung der Chargen eilte und dann meinen Chargentisch nicht mehr verließ. Das war mein großer Tag!

Als Charge bewachte ich dann ein leeres Haus (die Kameraden waren ja alle daheim) bei einer verschlossenen Türe. Die Türe mußte nämlich außerhalb der normalen Dienstzeiten versperrt werden, da es nur ein Ausweichquartier war, wo normalerweise keiner ist. 50m den Gang entlang war die andere Charge der Stabskompanie dabei, die unverschlossene Türe zu bewachen. Ich hatte aber trotzdem das Gefühl sinnvolles zu tun und war stolz darauf!

Die dritte Woche

Am Montag der dritten Woche bin ich dann zu einem befohlenen Arztbesuch aufgebrochen, da nach einem HSP-Besuch das nötig ist. Meine schon am Donnertag abgegebenen Befunde lagen auch schön brav in meinem Akt, einen Arzt hatten sie jedoch bisher noch nicht zu Gesicht bekommen, wozu auch ohne Patient. Der zuständige Arzt des Krankenreviers entband mich darauf aller Arbeiten und teilte mir mit, das ein Antrag auf Entlassung geschrieben werde, das aber noch ein paar Tage dauern könne.

Ganz geknickt und beschämt kroch ich in die Kompaniekanzlei und übergab ihnen einen verschlossenen Umschlag. Der Spieß wurde beim Lesen sehr unglücklich, denn ich war jetzt der zweite, der in den nächsten Tagen Entlassen werden sollte. Aber ab Dienstag sollten die 3 Feldtage beginnen, auf die ich mich doch schon so gefreut hatte. Umbarmherzig teilte mir der Spieß mit, ich müsse in der MTK mit dem anderen Kameraden bleiben und Hilfsdienste für die Kameraden im Felde leisten. So wieder aufgebaut verließ ich die Kanzlei und teilte die grausame Sachlage meinen Ausbildnern mit.

Die Feldtage mit Behinderungen

Ich, der andere Kamerad (der trotz schwerer Knieverletzungen noch exerzieren sollte) und noch einige Kameraden die am Dienstag erst aus dem stationären Krankenrevieraufenthalt entlassen wurden (Grippe, Armbruch, ...) durften Versorgungsdienste durchführen. D.h. um 5 Uhr aufstehen, das Frühstück in der Küche holen und auf einen LKW laden, dann mehrere Räumlichkeiten putzen (was unseren Kameraden im Feld sehr geholfen hat), Mittagessen auf einen LKW verladen, 220 Kaltverpflegungen in Säckchen packen, wieder Reinigungsarbeiten, und kurz vor Mitternacht alle Behälter vom LKW laden, ausleeren und waschen. Das alles war übrigens nicht anstrengend, staubig (weil zu putzende Räume und Keller nie staubig sind) oder im Freien (weil LKWs immer in Zimmern stehen), denn sonst hätte ich's ja nicht tun dürfen. Die Freßbehälter hatten auch keine 50kg, denn sonst hätte weder ich noch der kniekranke Kamerad sie heben dürfen.

Am Donnerstag teilte uns der Spieß mit, das wir auf keinen Fall während der Feldtage entlassen werden könnten, da ja die zuständigen Offiziere im Feld wären...

Der Auszug aus dem gelobten Land

Am Freitag teilte man uns mit, daß alle nicht bei den Feldtagen dabei gewesenen Ihren Beitrag durch zusätzliche Chargendienste am Samstag bzw. Sonntag erhöhen dürfen. Das sahen wir alle, besonders aber die mit Grippe im Krankenrevier leidenden ganz klar ein.

Kurz vor Mittag teilte man dann mir und dem Knieverletzten mit, wir sollten unsere Sachen packen, es wäre noch vor dem Wochenende möglich uns zu entlassen. Nun schien mir die Schande schon unausweichlich. Ich packte daher alles in aller Eile zusammen, denn am frühen Nachmittag mußte alles über die Bühne gehen. So wollte ich wenigstens am letzten Tag meinen Soldaten stehen. Mit letzter Kraft schleppte ich also das ganze Zeugs zu den verschiedenen Stellen und trotz Hustenkrämpfen schulterte ich die 30kg entgegen des ärztlichen Rates und stand alles alleine tapfer durch, eine Hilfe war aufgund des Wiedereinzuges der Feldkämpfer nicht aufzutreiben.

Ich fuhr dann noch den Kameraden mit der Knieverletzung, der kaum mehr aufrecht gehen konnte, zu seiner Mutter und begab mich voll des Schmaches nach Hause und trat meine Arbeit in der UNI am darauffolgenden Montag wieder an.

Die Logik des Bundesheers

Während meines ganzen Präsenzdienstes habe ich so manche vollkommen logische Entscheidung mitbekommen, die ich hier zum Vorbild machen möchte:

Gehörtes und Gesehenes

Unser Kompaniekommandant war eine ausgenommen interessante Persönlichkeit, über die man sich so einiges erzählte. Gesehen habe ich dabei, wie er sich von zwei Behinderten (also unter anderem ich) eine Leiter auf den Platz tragen ließ, wo er mit einem Megaphon raufkraxelte und von oben Exerzieren übte.

Erzählt wurden mir folgende Geschichten über ihn:

Aber das sind sicher nur eiskalte Lügen.

Der letzte Akt

Im Februar 2001 wurde ich dann zur 4. Stellung geladen. Aber auch hier wurde mein letzter Funken Hoffnung in Grund und Boden gestampft, ich wurde ohne weitere Untersuchung für untauglich erklärt. Warum die Ärzte mich noch vor nicht einmal einem Jahr mit den gleichen Befunden für absolut tauglich hielten, weiß ich nun auch nicht, aber so muß ich im Gedanken Leben, meinen Präsenzdienst in 19 Tagen hinter mich gebracht zu haben. Ich tröste mich halt mit dem Wissen, daß ich in dieser kurzen Zeitspanne doch fast alles erlebt habe, was andere in Monaten erleben; mein "hohe Altes" und mein Familienname mit dem Anfangsbuchstaben B haben mir geholfen.

Rüüüüüüührt Euch!Zoom
Und über eins kann es keinen Zweifel geben: Mit mir ist ein hübscher Soldat der Garde verloren gegangen!