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FrankreichTZ7

Das Biarritz Meeting

Meinem Lieblingsprojekt, dem ich schon die letzten beiden Parisreisen verdanke, habe ich auch diese Biarritzreise zu verdanken. Nichts gegen das Städtchen, aber wer fährt schon als Dienstreise an das Ende der Welt um dort praktisch nichts Sinnvolles tun zu können? Aber egal, das steht auf einem anderen Blatt, hier findet sich ein Bericht über meine freien Stunden in Biarritz.

Flugstrecken von Wien nach BiarritzZoom
Es ist garnicht so einfach nach Biarritz zu kommen. Biarritz hat zwar einen Flughafen, aber die Austrian weigert sich überhaupt zuzugeben, daß es den gibt (selbst mit Eingabe des Flughafencodes). Wenn man es mit Air France probiert (schwerer Fehler, ganz nebenbei), dann hat man in Paris ein kleines Umsteighindernis, denn Flüge nach Wien gehen nach CDG, Flüge nach Biarritz gehen aber von ORLY. Viel Spaß beim Umsteigen! Natürlich wäre es überhaupt kürzer über Genf oder Lyon zu fliegen, aber die meisten Flugstrecken in Frankreich gehen entweder nach/von Paris, oder in seltsamen Einbahnkreisen. Also entweder hin oder zurück, aber nie in beide Richtungen. Blieb uns nichts anderes übrig als mit Easyjet von Paris zu fliegen, denn die fliegen wenigstens von CDG (wenn sie fliegen).
Übersichtsplan von BiarritzZoom
Easyjet hat es gleich mal auf eine knappe Stunde Verspätung gebracht, die wir größtenteils im Bus stehend verbringen durften, weil sie uns in die Busse gestopft haben, wie das Flugzeug noch in Lissabon war (so die Stewardess später). Gute Kommunikation!
Auf der Karte sieht man übrigens die für meine Reise wichtigsten Punkte: am rosa Punkt war mein M/Hotel, das orangene Kreuz markiert den 'luxuriösen' Hauptstrand, der grüne Kringel markiert das Hotel wo wir am nächsten Tag das Premeeting hatten und die rote Welle zeigt den Ort des eigentlichen Meetings.
Blick aus dem Flugzeug nach ParisZoom
Das Wetter unterstützte die Reise auch nicht. In Österreich gab es wunderbares warmes (30°C) Wetter, in Biarritz sollte uns regenrisches und vorallem kaltes Wetter (17°C) erwarten. Auf dem Weg nach Paris war davon noch nichts zu sehen.
CDGZoom
In Paris war es zwar noch sonnig, aber überall waren schon ganz dunkle Wolken zu sehen. Irgendwie sah es so aus, als wollte Easyjet auf das heranziehende Gewitter warten.
Blick auf ParisZoom
Paris von oben ist doch nicht so klein. Die Sonne ist aber schon dahin, das Gewitter aber wenigstens noch nicht da.
Blick auf Paris - Schauplatz der letzten MeetingsZoom
Beim Überflug von Paris konnte ich einen netten Blick auf den Schauplatz der letzten beiden Paris Meetings werfen. Gut ist Notre Dame (in der Mitte auf der Ile de la Cité) zu sehen, dahinter die Universität und rechts davon der Panthéon.
Blick aus dem Flugzeug nach BiarritzZoom
Und dann zog es zu. Nur selten riß die Wolkendecke auf. Dann aber wirklich wie ein kleiner Riß.
Gare Du Midi, BiarritzZoom
Zu Fuß ist es vom Flugplatz zum Hotel nur eine knappe viertel Stunde. Viel anderes blieb eh nicht, denn die Busse machen pünktlich mit dem Landen des letzten Flugzeuges Schluß. Nur wir kamen ja fast eine Stunde später an...
Weil wir aber nicht im Hotel sitzen bleiben wollten, sind wir mal schnell zu Fuß in Richtungs Zentrum aufgebrochen. Im Westen geht die Sonne zu der Jahreszeit erst kurz vor 22 Uhr unter. Der alte Bahnhof liegt am Hügel. Hügel ist übrigens ein sehr gutes Stichwort, denn die ganze Gegend besteht nur aus Hügel. Der Flughafen wurde z.B. einfach auf den längsten Hügel gebaut.
seltsame Statue, BiarritzZoom
Manchmal stehen seltsame Statuen in der Gegend rum. Faszinierend an der Gegend war für uns, daß es scheinbar einen Atomalarm gegeben haben mußte, denn alles war verlassen, alle Geschäfte waren zu, selbst die Lokale waren zu. Wenigsten die Statuen waren noch nicht weggelaufen.
Zentrum von BiarritzZoom
Durch super Orientierung (also mehr oder minder Zufall) sind wir bis ins Zentrum vorgestoßen. Dort sah man wenigstens ein paar Leute. Möchte ja garnicht wissen, wie es aussieht, wenn nicht Feriensaison ist! Im Hintergrund sieht man 'schon' das Meer.
Zentrum von BiarritzZoom
Der Baustil ist eine lustige Mischung aus Spanisch, Französisch und jede Menge anderem. Gelebt wird aber eher südländisch.
Zentrum von BiarritzZoom
Das ist der zentrale Strand (Grand Plage), wo sich die Bekannten und Reichen treffen (wahrscheinlich wenn wir nicht da sind). Hinter mir (daher gerade nicht so gut zu sehen) ist der Palast, wo die Könige früher und heute die wirklich Reichen wohnen bzw wohnten.
'mein' Zimmer in BiarritzZoom
Mein Hotel war aus ganz objektiver Sicht eigentlich ein klassisches US-Motel: 2 stöckige Häuser mit Gratisparkplätzen rundherum, Zugang zu den Zimmern über externe Treppen und externe Gänge. Die Hauptfarbe des Hotels ist, ja ratet mal, knallgrün. Wer will nicht auch zuhause so einen Schrank haben???
Weniger empfehlen würde ich das Nachbarhaus: Das wird unter dem Namen Premier Class verkauft, was wohl Leute anziehen und verar**** soll, denn die Zimmer sind so klein (man konnte das von meinem Zimmer sehr gut sehen), daß nur ein Singlebett hineinpaßt, das zweite Bett liegt als Stockbett quer darüber. Die Zimmergröße scheint also mit Länge × Breite je Bettlänge bestimmt zu sein.
BiarritzZoom
Am zweiten Tag hatten wir das Premeeting erst um 16 Uhr. Davor konnten wir uns die Gegend geben. Nur regnete es am Vormittag und wurde auch danach nicht wirklich gemütlich.
Der Häuserstil ist aber wie gesagt (bei jedem Wetter) anders als gewohnt.
BiarritzZoom
Ein paar Kirchen verstecken sich (und sind natürlich auch zu).
BiarritzZoom
Weil es so hübsch hügelig ist, baut man auch entsprechend.
BiarritzZoom
Alte Palais finden sich auch. Keine Ahnung was man heute damit macht.
BiarritzZoom
Natürlich gab es auch die Zeit in Biarritz, wo man auf die Schnelle Touristen anlocken wollte und daher auf die Schnelle Wohnsilos brauchte. Wie immer mit entsprechenden Abstrichen beim Aussehen.
BiarritzZoom
Der Strand nördlich des königlichen Palastes hatte an dem Tag (es fing gerade wieder zu regnen an) nur einen Gast: Den Badewaschl.
BiarritzZoom
Die Felsnase nördlich des vorigen Strandes ist mit einem Leuchtturm gesichert. Den wollten wir uns nicht entgehen lassen. Auch auf dem Weg dorthin nette Häuser am Hang (eben ist in Biarritz nix).
BiarritzZoom
Da mußte man früher wohl einem weniger netten Mann erklären, warum man da vorbei wollte...
Hauptstrand, BiarritzZoom
Der Leuchtturm ist schon fast erreicht und eigentlich hätte man von hier eine hübsche Ausicht auf den Palast und den Hauptstrand haben sollen. Nur war das Wetter etwas anderer Meinung. Links das große Haus, das bis zum Strand geht, ist btw. der königliche Palast.
Nordtstrand, BiarritzZoom
Hinter dem Spitz mit dem Leuchtturm geht das scheinbar so weiter: Wieder eine Bucht mit Strand. Die voll hässlichen Bettenburgen verstecken sich gnädig hinter dem Gebüsch.
Zentrum, BiarritzZoom
Also wieder alles zurückgehatscht und ab ins Zentrum, auch so ein Spitz im Meer.
Zentrum, BiarritzZoom
Die größte Kirche von Biarritz. Sieht typisch französisch aus.
Kirche im Zentrum, BiarritzZoom
Innen eher schlicht...
Kirche im Zentrum, BiarritzZoom
Nur wenige Fenster sind noch erhalten.
Zentrum, BiarritzZoom
Sie haben im Zentrum auch lustige Angebote: Kaufe ein Eis und bekomme es auch. :)
BiarritzZoom
Das Wahrzeichen von Biarritz ist der Jungfrauenfelsen. Der krönt auch alle offiziellen Hinweisschilder. Das ist er noch nicht, das ist ein vorgelagerter (meiner bescheidenen Meinung nach hübscherer) Felsen.
Jungfrauenfelsen, BiarritzZoom
Aber da haben wir den Jungfrauenfelsen. Das Stück Fels ist nur mit einer Brücke erreichbar, die - von wem sonst - vom Herrn Eifel ist.
Museé de la Mer, BiarritzZoom
Weil die Feuchtigkeit zunehmend auffrischte (es also losregnete) sind wir ins Museum des Meeres geflüchtet. Mit 13€ Eintritt keine 'Gelegenheit', aber trocken!
Im Kellergeschoss finden sich ein paar altmodische Aquarien mit ein paar armen Tieren.
Museé de la Mer, BiarritzZoom
Haie und Krabben haben eines der größten Aquarien (im Keller).
Museé de la Mer, BiarritzZoom
Auch seltsame Fische, die ihre Brustflossen in Beine umgewandelt haben, sind zu sehen.
Museé de la Mer, BiarritzZoom
Am Ende des Kellers ist der neu gebaute Eingang zu sehen. Ist aber noch zu. Also wieder rauf ins Hochpaterre. Dort sieht man alles über die Fischerei. Angelzeug und Schiffsmodelle.
Museé de la Mer, BiarritzZoom
Noch zwei Stockwerke höher (vorbei an alten Taucherausrüstungen, einem Lehrfilm (in Französisch, nicht einmal die Schildchen sind zweisprachig) kommt man zu einem Becken mit Robben.
Jungfrauenfelsen vom Museé de la Mer gesehen, BiarritzZoom
Man darf auch auf das Dach des Gebäudes und hat von dort einen netten Blick auf den Jungfrauenfelsen.
Jungfrauenfelsen vom Museé de la Mer gesehen, BiarritzZoom
Nur so zum Größenvergleich: Im Hintergrund der 'heilige' Jungfrauenfelsen, im Vordergrund der Eingang zum Museum.
 Museé de la Mer, BiarritzZoom
Der Blick auf's Dach hat sich gelohnt, denn dort sieht man, daß sie scheinbar recht neu ein zweites Gebäude oberhalb des alten am Hang gebaut haben. Da drinnen sieht es aus, als wollten sie die typischen US-Aquarien kopieren: Aquarien die sich aus der Wand wölben, Aquarien mit oben offenem Bereich (typisch Mangroven, nur sind die hier aus Beton) und und und...
 Museé de la Mer, BiarritzZoom
Nette Langusten haben sie dort oben. Leider in einem nach außen gewölbten Aquarium, sodaß man glaubt man wird beim Reinschauen seekrank.
 Museé de la Mer, BiarritzZoom
Blick in einem Aquarium noch oben.
 Museé de la Mer, BiarritzZoom
Das etwas dünn besiedelte Südseebecken (dafür recht groß und hell).
 Museé de la Mer, BiarritzZoom
Zur Überraschung findet sich am höchsten Punkt ein fast riesiges Becken mit Haien. Das macht schon etwas her (und kann natürlich von mehreren Seiten aus betrachtet werden).
BiarritzZoom
Der Ausgang ist schon erneuert, sodaß man nach dem großen Becken quasi überraschend und ohne Vorwarnung rausgeworfen wird, auf der anderen Seite des Hügels. Von dort hat man einen netten Blick auf den kleinen Hafen.
BiarritzZoom
Da sich die Wolken hoben, konnte man wieder an Übersichtsfotos denken: Der kleine Hafen, die große Kirche und der große Strand.
BiarritzZoom
Der Wetterbericht hat es vorhergesagt, nur wir wollten es nicht glauben. Nur Minuten vor dem Premeeting lösten sich die Wolken in Nullkommanix auf und plötzlich wurde es sonnig. Bravo!
BiarritzZoom
Nach dem Meeting hat es mich (obwohl wir schon sicher mehr als 15km in den Beinen hatten) noch einmal ins Zentrum gezogen. Wie sonst käme ich zu besseren Fotos? Und ganz ehrlich, sieht die Küste jetzt nicht gleich viel besser aus?
BiarritzZoom
Noch einmal der Plage de la Milady. Angeblich das Surferparadis von Europa.
Jungfrauenfelsen, BiarritzZoom
Auch der (immer noch mikrige) Jungfrauenfelsen sieht mit Sonne besser aus.
BiarritzZoom
Immer wieder neigen die Leute in Biarritz dazu schloßartige Häuser mitten in die Stadt zu pflanzen.
BiarritzZoom
Hinter dem Haus beginnt schon der Hauptstrand.
BiarritzZoom
Auch andere Felsen haben sie per Brücke begehbar gemacht. Felsenspazieren ist dort offensichtlich ein Volkssport.
BiarritzZoom
Links die große Kirche, recht der kleine Hafen. Im Abendlicht fast romantisch.
Sonnenuntergang, BiarritzZoom
Ich habe mich dann auch auf so einen Felsen gewagt, denn der Sonnenuntergang macht von dort schon was her.
Grand Plage, BiarritzZoom
Der Hauptstrand (Grand Plage): links der Leuchtturm, nach den Felsen das königliche Dings und noch weiter rechts die Flaniermeile
Sonnenuntergang, BiarritzZoom
Ok, fast kitschig, konnte ich mir aber bei meiner Sonnenbegeisterung nicht verkneifen.
Mein M/Hotel, BiarritzZoom
Am Tag des Meetings hat natürlich von der Früh an die Sonne vom Himmel geknallt. Nach dem Meeting sind wir noch schnell im Supermarkt einkaufen gegangen (da haben wir den nagelneuen Supermarkt, der noch nirgends eingetragen ist, gefunden) und wie ich noch einmal in die Stadt hatschen wollte (das dauert eine knappe Stunde) zog es schon wieder zu. Also habe ich es bei dem Foto des H/Motels belassen.
Am nächsten Tag sind wir dann wenigsten wieder im Regen zum Flughafen gelatscht.

Ich habe schon an anderer Stelle berichtet, daß ich mit Air France noch nie gute Erfahrungen gemacht habe. Wäre ja auch nur zu komisch, wenn sich das dieses mal geändert hätte. In Paris (dem einzig echten AF Flug nach Wien) ging es zunächst über einen seltsamen Bussteig in einen Bus, der uns 20 Minuten durch die Gegend kutschiert hat. Das Ziel war - man höre und staune - eine Stiege, die uns zu einem 'Schnorchel' geführt hat, der uns dann endlich in das Flugzeug brachte.
Wir sitzen im Flugzeug rum, es ist schon 20 Minuten nachdem wir hätten starten sollen, keine Information des Bordpersonals. Nach einigen weiteren Minuten die Durchsage der Frau Captain, wir würden noch auf zwei Passagiere warten (einer davon Rollstuhlfahrer), und die beiden wären in weiteren 20 Minuten angekündigt. Großen Murren im Flugzeug. Das Warten geht weiter. Eine Stunde nach dem planmäßigen Starttermin (die Minuten müssen in Frankreich anders definiert sein) eine weitere Durchsage der Frau Captain: Die beiden Passagiere würden doch nicht kommen, jetzt mache man sich auf die Suche nach deren Gepäck; das wäre aber in 10 MInuten sicher geschafft. 1.5 Stunden nach dem planmäßigen Start sind wir dann wirklich losgerollt (das beweist die Theorie mit der anderen Minutendefinition).

Sollte sich also auch jemand fragen, warum die Strecke Paris/Wien von Airfrance billiger als von Austrian angeboten wird, dann erinnere er/sie sich doch an solche Geschichten und fragt sich vielleicht, ob es das wert ist...